Internetangebot www.komplex-rlp.de
für Jung und Alt
Mit dem Startschuss für die neue Internet-Plattform www.komplex-rlp.de wird die Unterstützung für Jugendliche und Eltern, die sich mit dem zunehmenden und immer raffinierteren Werben von Rechtsextremisten um junge Anhänger auseinandersetzen wollen oder müssen, um einen weiteren Baustein erweitert.“ Das unterstrichen Bildungs- und Jugend-Staatssekretärin Vera Reiß und der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV), Werner Keggenhoff, in Mainz, als sie das neue Internet-Angebot freischalteten. Neben Sachinformationen zum Thema Rechtsextremismus bietet die neue Plattform auch die Möglichkeit, informelle Netzwerke aufzubauen oder in moderierten Chats Tipps, Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen. Die neue Internet-Plattform „komplex“ sei nach dem speziell für Jugendliche gestarteten „Aussteigerprogramm (R)AUSwege“, dem Konzept „Elterninitiativen gegen Rechts“ und dem „Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus“ das vierte Projekt auf Landesebene, das unter der Federführung des Landesjugendamts zu dem Problembereich Rechtsextremismus gestartet werde, betonten Reiß und Keggenhoff. Anfang 2007 sei die Idee für dieses Projekt entwickelt worden, um neben der kostenlosen telefonischen (R)AUSwege-Hotline (0800/4546000) und den Hinweisen durch Fachkräfte aus der Jugendsozialarbeit, den Beratungsdiensten oder den Strafverfolgungsbehörden einen alternativen, niedrigschwelligen Zugangsweg zur Zielgruppe der rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen zu eröffnen. Das Projekt „komplex“ wird finanziell getragen vom Sozialministerium, fachlich verantwortlich ist das Jugendministerium, seine Entwicklung wurde im Rahmen des Bundesprojekts „Vielfalt tut gut“ unterstützt und erhielt 2007 auch eine Förderung durch die Multime dia-Initiative Rheinland-Pfalz rlp-inform. Sybille Nonninger vom Landesjugendamt erläuterte die Zielsetzungen der „Kommunikationsplattform gegen Rechtsextremismus - komplex“ im Einzelnen. Dabei nannte sie unter anderem die Installierung eines Gegenpols zu den Angeboten der extremen Rechten im Internet, die Eröffnung von „Chatrooms“ zur Auseinandersetzung mit den Jugendlichen, zur Motivation für den Einstieg in den Ausstieg bzw. zur Distanzierung und die Verbesserung des Austauschs unter betroffenen Eltern im Rahmen von Internetforen und moderierten Chats. „Das Internet ist als Informations- und Kommunikationsmittel aus dem Alltag vieler Jugendlicher und Erwachsener nicht mehr wegzudenken. Allerdings nutzt auch die rechtsextremistische Szene diesen Kommunikationsweg seit Jahren und in zunehmendem Umfang zur Kommunikation und zu Werbezwecken“, unterstrich Reiß. Der medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) habe in seiner jüngsten Basisstudie zum Medienumgang zwölf- bis 19-jähriger junger Leute in Deutschland festgestellt, dass 95 Prozent dieser Jugendlichen in Haushalten mit Internetanschluss leben. Inzwischen mehr als 83 Prozent aller Teenager geben an, zumindest mehrmals pro Woche, oft auch häufiger „online“ zu sein. Auch viele Eltern von Jugendlichen bestätigten, dass sie bei Problemen zunächst im Internet nach Informations- und Beratungsangeboten suchen. „Diese Ergebnisse legten es nahe, das Internet auch für die Beratung zum Thema Rechtsextremismus zu nutzen“, sagte Keggenhoff. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Nachfrage nach fundierten direkten Hilfen landesweit groß sei.